Das Potential eines Wassergrundstückes in der Großstadt wird als Leitmotiv für die neue Bebauung begriffen. In Beachtung der umstehenden zu Wohnzwecken umgenutzten Denkmale in einstiger Industriestruktur sowie neuer Wohngebäude wird eine Wohnbebauung entwickelt, die einen grosszügigen Bezug zur Weißen Elster herstellt. Die Typologie der „Terrassen“ als innerquartierliche Erschließung in Großstädten (z.B. Hamburg-Falkenried) ermöglicht hier eine effektive und konzentrierte Erreichbarkeit der neuen Häuser und mündet gleichermaßen in der direkten Übersetzung als Terrasse mit partieller Absenkung der Kaimauer. Die städtebauliche Mäanderform der Neubebauung wird baulich getrennt, so dass hier sowohl das Tor zur Stadt als auch das Tor zum Wasser mit baulicher Höhe formuliert wird und gleichermaßen eine bauliche Realisierung in Abschnitten gegeben wird. Dabei kann der Bestand an der Nonnenstraße unkompliziert in die neue Gebäudefigur einbezogen werden (selbst eine evtl. Fortführung des nachbarlichen Eckgrundstückes ist denkbar). Die neue Bebauung wird in einer Kombination aus ca. 15 Stadthäusern und 20-25 Eigentumswohnungen gesehen, die in Variationen mit Gartengrundstück, Dachgarten und im Bezug zum Fluss angeboten werden. Die interne Erschließungsstraße bildet hierbei einen halböffentlichen Freiraum für die Anwohner mit Zusatzangeboten zur Parkierung (Stadthäuser mit Garage). Auf diese Weise bleiben die Gartengrundstücke rein privater und geschützter Nutzung vorbehalten, die die unverbaubare Sicht zum Wasser gewährleisten. Häuser und Wohnungen sind mit großzügigen Loggien, Dachgärten und Balkonen über dem Wasser ausgestattet. Die vorgeschlagene überwiegende Verklinkerung der Gebäude schafft ortstypischen Bezug und langfristige Wertigkeit.

Das Thema einer Fahrradstation verspricht Mobilität und Dynamik im Kontrast mit Fixierung … diesem Motiv folgend wurde ein schlanker Baukörper entwickelt, der auf dem keilförmigen Grundstück entlang der Grenze zur Erschlißsungsstraße plaziert wird. Das Fahrradparkhaus ist in Ostdeutschland das erste in dieser Art und Kombination mit Imbiss, Werkstatt und Büro.

Unter dem langen Dach sind 260 Stellplätze, 32 Fahrradboxen und weitere 6 Stellplätze für Leihräder angeordnet.

Die transluzente Fassade für das ca. 70 m lange, 6 m breite und zwischen 3 und 8m hohe Gebäude wurde komplett aus hochgedämmten, neuentwickelten 8-Kammer Polykarbonatplatten hergestellt, die partiell mit Folienornamenten bzw. Bildmotiven in Gold - und Silbertönen ergänzt werden.

Das Gebäude fungiert nun neben der Funktion als Fahrradparkhaus am Bahnhof mit Imbißfunktion als "leuchtender Schuppen" zur Sicherung einer bis dato als Restfläche problematischen Fläche im unmittelbaren Bahnhofsumfeld.

Zur Ergänzung der Quartierskante wurden eigenständige Stadtbausteine entwickelt und in die jeweilige Baulücke implantiert. Dabei übernehmen sie die Rolle konsequenter Vermittler zwischen Alt und Neu und schaffen proportionalen Bezug zwischen den baulichen Volumen verschiedenster Epochen durch das Auffangen und Übersetzen auch stark unterschiedlicher First- und Traufhöhen. Gleichwohl behaupten sie sich als Unikate innerhalb der Blockfassung durch das Motiv der Zwerchhäuser mit geraden und geneigten Giebelkanten, das Wiedererkennbarkeit garantiert. Die neuen Bausteine tragen Tradition von Neuem und Überliefertem in sich ohne zu historisieren oder zu wichten. Sie bieten Zusammengehörigkeit in der Formensprache im Herzen Erfurts an bei gleichzeitiger Individualität und Einzeladressbildung. Das Wohnungsangebot auf ca. 5000qm reicht bei 51 Wohneinheiten von atmosphärischem Altbau, über Maisonettewohnungen mit Gartenanbindung, klassischer Geschosswohnung mit grosszügiger Loggia/Balkon/Patio bis zum Penthouse mit Dachgarten oder gar dem „Haus auf dem Haus“ (Alte Schmiede). Die Flexibilität wird hierbei nicht nur im vielfältigen Angebot und der Reduktion der tragenden Wände zur Förderung frei teilbarer Grundrissfiguren gesehen, sondern auch in Raumzuschnitten, die quasi gleich gross sind und keine Zwänge zur Nutzung vorgeben. Dabei ist die Grössenerweiterung durch Zusammenschluss unkompliziert erreichbar.

Weitere Informationen über die Arbeit von Osterwold°Schmidt Exp!ander Architekten (Weimar) erhalten Sie auf der Webseite!

Das GRAPHISOFT Center Südost betreut dieses Büro seit 2000. Wir bedanken uns für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial.

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